Kurzantwort: Fett erstarrt im Rohr und bindet Speisereste zu einem harten Pfropfen. Heißes Wasser mit Spülmittel, Natron-Essig oder enzymatische Reiniger helfen bei frischen Ablagerungen - starke Pfropfen brauchen professionelle Hochdruckspülung.
Wie entsteht Fett im Abflussrohr?
Bratenfett, Öl, Butter und Soßenreste gelangen täglich in kleine Mengen in den Küchenabfluss - beim Abspülen von Pfannen, beim Abgießen von Brühen oder beim Reinigen von Backblechen. Im warmen Spülwasser ist das Fett flüssig und fließt zunächst problemlos ab. Sobald es jedoch auf die kühlere Rohrwandung trifft, erstarrt es und haftet. Schicht für Schicht baut sich eine klebrige Ablagerung auf, die Speisepartikel, Haar und Kalk einfängt und immer dichter wird.
In Münchner Küchen - ob Altbauwohnung in Neuhausen oder Neubau im Werksviertel - ist dieser Prozess identisch. Die Rohre unter der Spüle und der erste Meter der Grundleitung sind am stärksten betroffen.
Woran erkennt man Fettablagerungen?
- Der Küchenabfluss läuft langsamer ab als früher
- Ein ranziger, fettiger Geruch kommt aus dem Abfluss
- Nach dem Kochen von fetthaltigen Speisen ist das Abfließen besonders langsam
- Gelegentliches leichtes Gluckern - ein Zeichen für teilweise Blockaden im Rohr
Methoden zur Entfernung von Fettablagerungen
Heißes Wasser mit Spülmittel
Bei frischen, dünnen Ablagerungen reicht es oft, einmal wöchentlich einen Liter heißes Wasser (nicht kochendes Wasser, das kann PVC-Rohre beschädigen) mit einem Schuss Spülmittel in den Abfluss zu geben. Das Spülmittel emulgiert das Fett und spült es weiter ab.
Natron und Essig
Dieses Hausmittel löst leichte Fett- und Seifenablagerungen:
- 3 Esslöffel Natron in den Abfluss geben.
- 100 ml Haushaltsessig oder Essigessenz dazu gießen.
- 15 bis 30 Minuten einwirken lassen (die Kohlensäure-Reaktion schäumt das Fett auf).
- Mit einem Liter heißem Wasser nachspülen.
Wichtig: Natron und Essig wirken nur bei frischen Ablagerungen. Älteren, verhärteten Fettschichten können sie nichts anhaben.
Enzymatische Rohrreiniger
Enzymreiniger enthalten Bakterienkulturen und Enzyme, die organische Substanzen wie Fett und Speisereste biologisch abbauen. Sie wirken langsam (über Nacht), sind rohrschonend und umweltverträglicher als Chemikalien. Für regelmäßige Vorbeugung sind sie ideal.
Mechanische Methoden
Ist die Ablagerung schon dicker, kann eine Abflussschlange die Fettschicht aufbrechen und teilweise lösen. Diese Methode erfordert etwas Krafteinsatz und funktioniert gut im ersten Meter Rohr.
Professionelle Hochdruckspülung
Starke Fettablagerungen, die jahrelang gewachsen sind, lassen sich nur mit einem Hochdruckspülgerät vollständig beseitigen. Der Wasserstrahl mit bis zu 200 bar schleift die Fettschicht mechanisch von der Rohrwand und spült sie ab. Anschließend ist das Rohr wieder auf Nennweite geöffnet. In München liegt der Preis für eine solche Spülung der Küchengrunddleitung bei 120 bis 300 Euro, je nach Länge der Leitung.
Vorbeugung - dauerhaft weniger Fett im Rohr
- Fett niemals in den Abfluss gießen. Erkaltetes Bratfett in Zeitungspapier oder alten Behältern im Restmüll entsorgen.
- Teller vor dem Spülen grob abwischen. Ein einfaches Küchenpapier entfernt die meisten Fettreste, bevor sie ins Wasser gelangen.
- Sieb im Abfluss nutzen. Fängt Speisereste auf, bevor sie sich im Rohr festsetzen.
- Wöchentlich heißes Wasser: Einmal pro Woche einen Liter heißes Wasser durch den Küchenabfluss - das verhindert, dass Fett erstarrt.