Legionellen sind Bakterien, die sich in stehendem, warmem Wasser zwischen 25 und 55 Grad Celsius stark vermehren können. Wer über die Dusche vernebeltes Wasser einatmet, riskiert im schlimmsten Fall eine Lungenentzündung. In München sind Vermieter größerer Mehrfamilienhäuser gesetzlich zur regelmäßigen Prüfung verpflichtet.
Wie entstehen Legionellen in Wasserleitungen?
Das Problem entsteht meist dort, wo Wasser lange steht und nicht die nötige Temperatur erreicht. Typische Risikopunkte sind:
- Warmwasserleitungen, die selten genutzt werden
- Schlecht isolierte oder zu lang eingeplante Rohrstrecken
- Warmwasserspeicher, deren Temperatur unter 60 °C liegt
- Sackgassen im Rohrnetz ohne Durchfluss
Gesetzliche Pflichten in München
Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) schreibt vor, dass Vermieter von Mehrfamilienhäusern mit zentraler Warmwasseranlage und mehr als 400 Litern Speichervolumen (oder mehr als 3 Litern Inhalt in einzelnen Rohrleitungen) regelmäßige Legionellenprüfungen durch ein akkreditiertes Labor durchführen müssen. Das Gesundheitsamt München berät bei Fragen zu konkreten Pflichten.
Was tun, wenn Legionellen gefunden wurden?
- Sofort das Gesundheitsamt München informieren.
- Befallene Wasserstellen sperren oder mit geeigneten Filtern sichern.
- Eine thermische Desinfektion durchführen lassen: Wasser für mindestens 3 Minuten auf 70 °C erhitzen und durch alle Entnahmestellen spülen.
- Ursache der Verkeimung (z. B. falsche Temperatur, Stagnation) dauerhaft beheben.
- Nachuntersuchung veranlassen, um den Erfolg der Maßnahmen zu prüfen.
Vorbeugung im Alltag
Warmwasser sollte im Speicher mindestens 60 °C erreichen. Selten genutzte Entnahmestellen (z. B. Gästebad, Gartenschlauch) regelmäßig für einige Minuten laufen lassen, damit kein Wasser stagniert.
Häufige Fragen
Bin ich als Mieter von der Prüfpflicht betroffen?
Nein. Die Prüfpflicht liegt beim Vermieter oder der Hausverwaltung. Als Mieter haben Sie jedoch das Recht, die Prüfergebnisse einsehen zu lassen.
Kann ich Legionellen im eigenen Trinkwasser erkennen?
Nein, Legionellen sind weder sichtbar noch verändern sie Geruch oder Geschmack des Wassers. Eine Laboruntersuchung ist zwingend erforderlich.
Sind Münchner Wasserleitungen besonders gefährdet?
Das öffentliche Trinkwasser in München ist sauber. Das Risiko entsteht in privaten Leitungssystemen - besonders in älteren Gebäuden mit langen Rohrstrecken oder veralteten Speichersystemen.