Kurzantwort: Für klar definierte Standardarbeiten ist ein Festpreis immer vorzuziehen - er gibt Kostensicherheit. Bei unbekanntem Schadensumfang kann Stundenlohn günstiger sein, wenn der Einsatz schnell endet. In beiden Fällen gilt: Preis schriftlich vorab klären.
Was ist der Unterschied?
Bei der Festpreisabrechnung einigt man sich vor dem Einsatz auf einen Gesamtbetrag für die definierte Leistung - unabhängig davon, wie lange der Fachmann tatsächlich braucht. Bei der Stundenlohnabrechnung wird nach tatsächlichem Zeitaufwand berechnet, oft zuzüglich einer Anfahrtspauschale und Materialkosten.
Beide Modelle sind in der Münchner Rohrreinigungsbranche üblich. Welches das richtige für Sie ist, hängt vom konkreten Auftrag ab.
Wann ist ein Festpreis sinnvoll?
Festpreise eignen sich besonders für Leistungen, die der Fachbetrieb sicher einschätzen kann:
- Einfache Haushaltsverstopfung (Waschbecken, Dusche, WC)
- Standard-Hochdruckspülung eines bekannten Rohrabschnitts
- Reinigung inkl. Kamerabefahrung als Pauschalpaket
- Wiederkehrende Wartungsreinigungen (jährlicher Auftrag)
Vorteile: Kostensicherheit, kein böses Erwachen nach der Arbeit, leichter vergleichbar bei Angebotseinholung. In München können Sie für eine einfache Abflussverstopfung Festpreise zwischen 80 und 180 Euro erwarten.
Wann kann Stundenlohn günstiger sein?
Wenn der Schaden unklar ist und möglicherweise in wenigen Minuten behoben werden kann, spart der Stundenlohn Geld. Beispiel: Ein Klempner findet die Verstopfung sofort und beseitigt sie in 20 Minuten - mit Festpreis hätten Sie trotzdem den Vollbetrag bezahlt.
Stundensätze in München liegen typischerweise bei 70 bis 120 Euro netto pro Stunde. Hinzu kommt meist eine Anfahrtspauschale von 30 bis 60 Euro.
Achtung: Der Stundenlohn ist ein zweischneidiges Schwert. Dauert die Arbeit unerwartet länger oder werden zusätzliche Arbeiten entdeckt, schießen die Kosten nach oben. Ohne Kostenbegrenzung im Voraus haben Sie kaum Handhabe.
Kostenfallen erkennen und vermeiden
Lockvogelangebote
Manche Anbieter werben mit sehr niedrigen Einstiegspreisen (z.B. "Rohrreinigung ab 29 Euro") und drängen dann vor Ort zu teuren Zusatzleistungen wie "notwendiger Kamerabefahrung" oder "Spezialdüse". Wenn Sie auf Werbung mit extrem günstigen Preisen stoßen, fragen Sie genau nach, was im Preis enthalten ist.
Nicht autorisierte Zusatzarbeiten
Kein Handwerker darf ohne Ihren ausdrücklichen Auftrag Arbeiten durchführen und diese dann in Rechnung stellen. Unterschreiben Sie im Notfall nur das Auftragsformular für die konkret besprochene Leistung.
Fehlende Rechnung
Bestehen Sie immer auf einer detaillierten Rechnung. Ohne Beleg haben Sie keine Möglichkeit zur Reklamation und kein Dokument für die Versicherung.
So bereiten Sie sich richtig vor
- Mindestens zwei Angebote einholen - am Telefon oder per E-Mail. Beschreiben Sie das Problem so genau wie möglich.
- Preismodell klären: Festpreis oder Stundenlohn? Was ist im Preis enthalten (Anfahrt, Material, Mehrwertsteuer)?
- Kostenlimit vereinbaren: Beim Stundenlohn ein schriftliches Kostenlimit festlegen, ab dem der Handwerker Rücksprache halten muss.
- Lokale Betriebe bevorzugen: Münchner Betriebe mit fester Adresse sind bei Problemen leichter erreichbar als überregionale Vermittler.
Preisvergleich: Festpreis vs. Stundenlohn im Beispiel
Angenommen, ein Rohrreiniger braucht 45 Minuten für eine Grundleitungsspülung:
- Festpreis 250 Euro: Sie zahlen 250 Euro, egal ob er 30 oder 90 Minuten gebraucht hätte.
- Stundenlohn 90 Euro/h + 50 Euro Anfahrt: 45 min = 67,50 Euro + 50 Euro = 117,50 Euro. Günstiger - wenn die Arbeit wirklich 45 Minuten dauert.
- Stundenlohn, aber 2 Stunden Arbeit nötig: 180 Euro + 50 Euro = 230 Euro. Fast so teuer wie der Festpreis, aber schlechter kalkulierbar.